Hier finden Sie wichtige Informationen zu den eingesetzen Geschwindigkeitsüberwachungsgeräten und der Legalität von Radarwarnern in den einzelnen europäischen Staaten.

 

Ge­schwin­dig­keits­über­wachungs­ge­räte

In Deutschland, Österreich und der Schweiz dürfen zur amtlichen Geschwindigkeitsüberwachung lediglich Geschwindigkeitsmessgeräte eingesetzt werden, die von staatlich geprüften Labors geeicht sind. Nachfolgend werden die verwendeten Verfahren in vereinfachter Form kurz erklärt:

Ra­dar­mess­ge­räte

Die vom Radarmessgerät ausgesendeten Radarstrahlen werden vom Fahrzeug reflektiert und ein Teil der reflektierten Strahlung vom Messgerät wieder aufgefangen. Wegen des Dopplereffektes ist die Frequenz des reflektierten Radarstrahls grösser als die des ausgesendeten wenn sich das Fahrzeig der Radarquelle nähert und kleiner wenn es sich von der Radarquelle entfernt. Aus der Differenz der beiden Frequenzen lässt sich dann die Geschwindigkeit des Fahrzeugs berechnen. Die am meisten verwendeten Radarmessgeräte sind das Multanova VR 6F (Ka-Band), Traffipax SpeedoPhot, Microspeed und Metsa 208.

Licht­schran­ken­mess­ge­räte

Bei der Lichtschrankenmessung werden mehrere quer zur Fahrbahn ausgerichtete Lichtschranken hintereinander mit definiertem Abstand aufgebaut. Wenn ein Fahrzeug die Lichtschranken durchbricht misst das Gerät die Zeitabstände zwischen den Signalen und berechnet unter Berücksichtigung des Abstandes die Fahrzeuggeschwindigkeit. Zugelassen sind die Geräte der Firma eso GmhH.

Ge­schwin­dig­keits­mess­ge­räte mit Piezo­sen­soren

Bei festinstallierten Anlagen werden häufig mehrere als Koaxialkabel ausgeführte Piezosensoren hintereinander mit definiertem Abstand in die Fahrbahn eingelassen. Das Fahrzeug liefert beim Überfahren jedes Sensors ein elektrisches Signal, das Gerät misst die Zeitabstände zwischen den Signalen und berechnet unter Berücksichtigung des Abstandes die Fahrzeuggeschwindigkeit. Liste der zugelassenen Piezosensorengeräte.

Ge­schwin­dig­keits­mess­ge­räte mit faser­op­tisch­en Mess­fühlern

Bei einigen Starenkästen werden faseroptische Drucksensoren in die Fahrbahn eingelassen. Bei Lichtleitfasern steigt die Übertragungsdämpfung wenn beim Überfahren eines Fahrzeugs Druck auf sie ausgeübt wird. Mehrere faseroptische Messfühler sind hintereinander mit bekanntem Abstand in die Fahrbahn eingelassen. Das Fahrzeug liefert beim Überfahren jedes Sensors ein Lichtsignal, das Gerät misst die Zeitabstände zwischen den Signalen und berechnet unter Berücksichtigung des Abstandes die Fahrzeuggeschwindigkeit. Am meisten verwendet werden Traffiphot S, Traffistar S und Truvelo M4.

Ge­schwin­dig­keits­mess­ge­räte mit la­ser­op­tisch­en Sen­soren

Ganz gemein sind die Messgeräte die mittels Laser die Geschwindigkeit des Fahrzeugs ermitteln. Bei Laser wird die Geschwindigkeit von Fahrzeugen als deren Entfernungsänderung in Fahrtrichtung während einer festgelegten Messzeit ermittelt. Entweder wird das Fahrzeug vom Bediener anvisiert (Laserhandmessgerät) oder der Messbereich wird vom Gerät automatisch nach Zielen (Fahrzeugen) durchsucht. Das Gerät sendet eine Folge von Laserimpulsen aus und empfängt den vom Fahrzeug reflektierten Anteil. Für jeden dieser Impulse wird die Laufzeit bis zum Wiedereintreffen gemessen, um daraus jeweils unter Verwendung der bekannten Lichtgeschwindigkeit die zugehörige Entfernung zum Fahrzeug zu berechnen. Aus der Änderung der so gemessenen Entfernung ergibt sich als Ergebnis einer Ausgleichsrechnung die Fahrzeuggeschwindigkeit. In Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen hauptsächlich die folgenden Messgeräte zum Einsatz:

  • LTI 20.20 TS/KM
  • MARKSMAN LTI 20.20
  • ULTRALYTE 100
  • LR90-235
  • PRIEGL FG21-P
  • LAVEG
  • LaserPatrol
  • Video-LAVEG (mit Videodokumentation)
  • XV2 (mit Videodokumentation)
  • TRAFFIPAX TraffiPatrol
  • Vitronic PoliScanspeed (mit Digitalkamera) und PoliScanspeed F1 (mit Digitalkamera)

Ge­schwin­dig­keits­mess­ge­räte mit In­duk­tions­schleif­en

Mehrere mit definiertem Abstand in die Strassendecke eingelassene Induktionsschleifen liefern beim Überfahren eines Fahrzeugs elekronische Impulse. Das Messgerät misst den Zeitversatz zwischen den verschiedenen Signalen und berechnet unter Berücksichtigung des Abstandes die Fahrzeuggeschwindigkeit. Die am häufigsten eingesetzten Anlagen sind esomat 2000, MultaStar-Kombi (kombiniert mit Rotlichtüberwachung) und MULTANOVA MultaStar C (kombiniert mit Rotlichtüberwachung).

Dar­stell­ung der ver­wen­deten Radar­bänder in Europa / Le­gal­ität von Ra­dar­war­nern

Darstellung der verwendeten Radarbänder in Europa / Legalität von Radarwarnern

Vi­deo-Ver­kehrs­über­wach­ungs­an­lagen

Video-Verkehrsüberwachungsanlagen werden in Polizeifahrzeugen eingesetzt, die sich wie die betreffenden Fahrzeuge im fließenden Verkehr befinden. Zur Messung der Geschwindigkeit eines Fahrzeugs wird manuell die Zeit gestoppt, die es für eine bestimmte Strecke benötigt. Die Länge der Strecke wird im voraus gemessen und ins Gerät eingegeben oder beim Nachfahren über den Ablauf der Räder des Polizeifahrzeugs ermittelt. Das Gerät berechnet dann automatisch die resultierende Durchschnittsgeschwindigkeit. Liste der zugelassenen Geräte